Im ersten Absatz des Bundesjagdgesetztes heißt es: „Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden.“ Das Ziel der Hege folgt im zweiten Absatz : „Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen.“

Mit diesen zwei einfachen aber prägnanten Sätzen bringt es unser Jagdgesetz auf den Punkt. Jagd ist und wird es immer bleiben, aktiver Naturschutz. Damit stellt sich für mich, der in einem Niederwildrevier jagt, gar nicht erst die Frage ob Raubwild bejagt wird sondern vielmehr wie wir es am effektivsten gestalten. Und dazu gehören eine Menge Faktoren und Punkte auf einer langen Liste die am Ende von Erfolg und Misserfolg unterscheiden.

Durch die ehrenamtliche Tätigkeit für den Landesjagdverband als Referenzrevier zu dienen und somit wahre Zahlen für Statistik und Wildtierkataster zu liefern haben wir auch für uns Reale zahlen an denen wir uns Messen können.

Dabei sprechen die  Zahlen für eine konsequente Bejagung, denn seit dem beginn des Jagdjahres 2018/2019 haben wir 42 Stück Raubwild zu verbuchen (Stand : 15.11.18) dabei ist der Großteil durch Fangerfolge zu verzeichnen. Auffällig ist der extrem hohe Anteil an Invasiven Arten, an der Spitze befindet sich der Waschbär, gefolgt vom Marderhund und Mink.

Durch drei „neue“ Raubwildarten erhöht sich der Jagddruck auf Rebhuhn, Fasan und Hasen genauso wie auf Kiebitze, Wachtelkönig oder Feldlärche.

Ein warmer, anhaltender und trockener Sommer hat den Beständen des Niederwildes in unserem Revier gut getan. Regelmäßig treffen wir auf verschiedene Rebhuhn Ketten und Gesperren von Fasanen.  Dabei darf neben der Jagd nicht vergessen werden dass es meiner Meinung nach zwei wichtige Punkte beim Erhalt von gefährdeten Arten gibt.

Lebensräume erhalten – ist die zweite Säule auf der wir aufbauen müssen. Was nützt ein Revier, oder eine Region mit geringem Prädationsdruck, wenn der Habitat es nicht zulässt das sich entsprechende Arten ansiedeln und dort halten können.

Durch die Flurbereinigungsverfahren in den 1960er und 1970er Jahren fehlt es vielen Ecken an Lebensraum. Viele Bundesländer sind von der Landwirtschaft geprägt, Äcker und Felder reichen teils oft bis zum Horizont. Maislandschaften entstehen und prägen heut mehr als je zuvor das Bild in der Natur.

Klein Strukturiert und Abwechslungsreich, mit Knicks und Feldgehölzen, natürlichen Bachläufen und Brachflächen helfen wir bedrohten Arten zu überleben.

Jäger legen Blühstreifen an, Pflanzen Hecken und Sträucher. Schlehe, Pfaffenhütchen oder Faulbaum bieten nicht nur Äsung und Deckung, auch dienen sie als Lebensadern in Revieren.

Wenn wir bedrohte Arten effektiv schützen und erhalten wollen, funktioniert das nur mit konsequenter Raubwildbejagung und dem Aufbau von Lebensräumen. Ohne den jeweils anderen Part ist jede mühe Zwecklos.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.